21.04.2007 DSB-Pokal Pistole

Bremer Stadtmusikanten und die FSG Diessen
Bremer Stadtmusikanten und die FSG Diessen
Die erfolgreichen Pistolenschützen und ihr Coach. V.l.n.r.: Lisi Stainer, Coach, Florian Menhofer, Fritz Aigner, Dr. Micha v. Nordheim, Steffi Böhm, Reinhold Domes, Martin Mayer
Die erfolgreichen Pistolenschützen und ihr Coach. V.l.n.r.: Lisi Stainer, Coach, Florian Menhofer, Fritz Aigner, Dr. Micha v. Nordheim, Steffi Böhm, Reinhold Domes, Martin Mayer

Bremen-Bassum, WIR KOMMEN! Das hatten sich die Pistolenschützen der Kgl. privil. FSG Dießen a. A., v. 1420 auf die Brust geschrieben. Nun war es soweit, am Donnerstag flogen die Schützen, zusammen mit ihrem 1. Schützenmeister Jakob Stainer, ihrem Coach Lisi Stainer und weiteren Mitgliedern vom Flughafen München nach Bremen. In Bremen gut gelandet, begab sich die Gruppe sofort auf den Schießstand in Bassum, um zusammen mit der Bundesligamannschaft der SSGi Bremen-Bassum e.V. ein Training zu absolvieren. Für den Freitag war ein Stadtrundgang in Bremen vorgesehen. Man wollte den Kopf frei bringen und nicht immer an das Finale denken. Bei diesem Stadtrundgang traf man auch auf die “Bremer Stadtmusikanten”. Nachdem es Glück bringen soll, dem Esel der “Bremer Stadtmusikanten” die Schnauze oder die Füße zu streicheln, war dies für alle natürlich eine Pflichtübung. Alles Glück sollte ausgeschöpft werden, denn der Glaube kann ja bekanntlich Berge versetzen. Abends begann die feierliche Eröffnung des DSB-Pokals mit einem großen Büfett und Showeinlagen. Bereits um 22.00 Uhr fand der Abend aber sein Ende, denn der Samstag gehörte ab 8.00 Uhr dem Wettkampf. Namhafte Teilnehmer aus der Schießsportszene waren zu diesem Wettkampf qualifiziert. Der DSB-Pokal fand sowohl mit der Luftpistole, als auch mit dem Luftgewehr statt. Jede Mannschaft hatte einen Schützen pro Durchgang am Start, sodass die Spannung von morgens 8.00 Uhr bis nachmittags um 18.00 Uhr gewährleistet war. Strategie und Taktik der Aufstellung war also bereits vor dem Wettkampf gefragt. Für die Kgl. privil. FSG Dießen a. A., v. 1420 ging Reinhold Domes als Erster an den Stand. Sein persönliches Ziel konnte er zwar nicht erreichen, aber für die Mannschaft hatte er mit 354 Ringen einen ansprechenden Grundstock gelegt. Einige der Teilnehmer des ersten Durchganges hatten dem großen Druck nicht standgehalten und somit stand für die folgenden Durchgänge alles offen. Im zweiten Durchgang schickte Dießen Martin Mayer in den Wettkampf. Hoch konzentriert und ohne sich ablenken zu lassen, schoss er mit seiner neuen Waffe mit 370 Ringen ein sehr gutes Ergebnis. Dieses Ergebnis war für den nächsten Schützen Dr. Micha von Nordheim ein Ansporn. Von Nordheim konnte die Durchgänge vorher mit ansehen und fand eine gewisse Beruhigung darin, dass auch erfahrene Spitzenschützen wie der Olympiasieger Uwe Pottek aus Berlin “Federn ließen”. Von Nordheim hatte sich zum Ziel gesteckt, die Ruhe und die Ausdauer zu bewahren, um den Abzugsfinger im richtigen Moment zu ziehen. Nach ca. 1 Stunde beendete er sein Schießen mit einem sehr guten Gefühl und das Ergebnis, das ca. 15 Minuten später mit 373 Ringen an der Anzeigetafel hing, bedeutete ab diesem Zeitpunkt für die Dießener Mannschaft der 3. Platz. Es war aber erst Halbzeit und das gesamte Team wusste, dass der momentane 3. Platz zwar gut aussieht, aber so nicht unbedingt stehen bleiben muss. Nachdem jede Mannschaft einen Jugendlichen oder Junioren mit dabei haben muss, trat als nächster Florian Menhofer in den Schießstand. Er hatte in den letzten Vorbereitungswettkämpfen sehr gute Ergebnisse gebracht, sodass nun alle hofften, dass er dies auch im DSB Pokal umsetzen können wird. Im Schießsport lässt sich aber oftmals nichts erzwingen, zu viele Gedanken schwirren einem im Kopf umher, die man in der kurzen Zeit der jeweiligen Schussabgabe nicht gebrauchen kann. Der Abzugsfinger blockiert und alles wird in hundertstel Sekunden des Abdrückens zunichte gemacht. Florian startet mit 91 und 95 Ringen, die weiteren Serien mit 88 und 89 Ringen, lagen aber unter seinem Niveau, sodass er mit 363 Ringen für die Mannschaft ein gutes Ergebnis gebracht hatte, sich aber persönlich mehr erwartet hatte. Ohne Unterbrechung folgte als vorletzte Schützin der Dießener Steffi Böhm. Steffi, die jahrelang im Bayernkader war, hatte sich ebenfalls viel vorgenommen. Sie setzte sich zum Ziel, keinen unkontrollierten Schuss abzugeben. Dies gelang ihr in den ersten beiden Serien sehr gut. Sie setzte ab, wenn sie sich im Ablauf der Zieleinnahme unsicher war. Eigentlich lief alles prima, und doch schüttelte sie immer wieder mal den Kopf, was bedeutete, dass sie selber mit dem Schussablauf nicht zufrieden war. Am Ende waren es 364 Ringe, die immer noch für das Mannschaftsergebnis den 3. Platz bedeuteten. Jakob Stainer und die anderen Mitgereisten konnten es kaum glauben, es hing alles an dem letzten Durchgang. Bringt jede Mannschaft nun ihren besten und nervenstärksten Schützen? Der Erst- und Zweitplazierte lagen nur einen Ring auseinander, sie hatten ca. 20 Ringe Vorsprung auf Dießen. Die anderen Mannschaften, die zu diesem Zeitpunkt hinter Dießen lagen, hatten 9 und mehr Ringe Rückstand. Für jede Mannschaft ging es nun um jeden Ring und das wussten auch die letzten Schützen. Für die FSG Dießen stellte sich Friedrich Aigner dem Fight um einen Podestplatz. Sein Rhythmus war gut, seine Bereitschaft ebenfalls, kann da noch etwas schief gehen? Jeder hoffte, dass er seine jahrelange Erfahrung im Wettkampfsport jetzt umsetzen können wird, doch man hat schon so vieles im Sport erlebt. So konnte ein Schütze am Vormittag in der vorgeschriebenen Wettkampfzeit von 75 Minuten nur 32 Schüsse abgeben, aus Zeitmangel 8 Schüsse zuwenig und hatte somit nur 280 Ringe. Dies, war man sicher, würde Fritz Aigner nicht passieren, aber was, wenn die Waffe einen Defekt hat, oder, nein – nicht nachdenken! Jeder versuchte jetzt Ruhe zu bewahren und hatte gleichzeitig die unmittelbaren Gegner im Blickfeld. Aus Sicht der Zuschauer, sah alles nach einem guten Wettkampf von Aigner aus. Er beendete seinen Wettkampf mit einer 10, konnte sich aber noch nicht so recht freuen, weil nun das Warten auf die Auswertung begann. Jedem war die Anspannung ins Gesicht geschrieben, bis die Siegerliste an die Pinnwand geheftet wurde. Als erster ergatterte sich der 1. Schützenmeister Jakob Stainer einen Blick auf die Liste. Ein Jubelschrei folgte und jeder der nicht in unmittelbarer Nähe war, wie Böhm Dieter und Niederländer Helmut, die gerade eine andere Liste studierten, wussten, wir haben es geschafft, 3. Platz im DSB-Pokal. Es war unbeschreiblich was nun folgte. Die ganze Anspannung löste sich bei allen in einen “Tanz des Jubelns”. Alle Dießener lagen sich in den Armen, Fritz Aigner, der noch am verarbeiten des Wettkampfes war, wollte es kaum glauben. Die zuhause gebliebenen Schützenkameraden die zu diesem Großereignis fest die Daumen gedrückt hatten, schickten unmittelbar danach die ersten Glückwünsche per Telefon nach Bassum. Noch am selben Abend fand bei einem großen Bankett die feierliche Siegerehrung statt, zu der sich die Dießener Feuerschützen in ihrem Schützengwand zeigten und zusammen mit den anderen teilnehmenden Mannschaften den 3. Platz hinter den KKSV Meinerzhagen e.V. und der Kgl. privil. FSG Hilpoltstein ausgiebig bis Sonntagmorgen abfeiern konnten. Der 1. Schützenmeister Jakob Stainer versprach, dass Zuhause, nach den anstehenden Bezirksmeisterschaften ein schönes Fest organisiert wird, um mit allen Mitgliedern und Freunden diese sensationelle Mannschaftsleistung zu feiern.