03.12.2016 Eva’s Neuseelandbericht Teil 6

Kia ora,

Mal wieder sonnige Grüße aus dem Urlaub in Neuseeland.

Seit die Uni zu Ende ist, war auch viel los hier.

Eine Woche habe ich mit Münchner Kommilitonen auf der Südinsel nahe Nelson verbracht. Dort sind wir den Abel Tasman Coast Track entlang gewandert, einen von Neuseelands 10 Great Walks. Dieser war schön, aber sehr, sehr abenteuerlich!

Zunächst hatten wir ein bisschen Pech mit dem Wetter. Die Region ist eigentlich dafür bekannt, dass sie die meisten Sonnenstunden in Neuseeland abbekommt. Als wir aber dort waren, hat es durchgehend geregnet und die Sicht war gleich null. Aber egal, es gibt ja kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung, und so haben wir das Beste daraus gemacht. Die Übernachtungen in den Hütten waren gemütlich, ohne Strom und Internet, dafür mit fließend kaltem Wasser und einem Kachelofen, der uns die Wanderschuhe bis zum nächsten Tag mehr oder weniger wieder getrocknet hat.

Uns war bekannt, dass bei der Wanderung eine Flussüberquerung dabei ist, die nur bei Ebbe zu überqueren ist. Normalerweise steht man dann maximal kniehoch im Wasser. Dadurch, dass es allerdings durch den vielen Regen „Hochwasser“ hatte, gestaltete sich das für uns etwas schwieriger. Schuhe ausziehen, Badeklamotten anziehen, Gepäck auf den Kopf hieven und dann knapp 400 Meter gegen die Strömung vom Fluss treten. Stellenweise stand ich brusthoch im Wasser. Eine falsche Bewegung und das Gepäck wäre im Wasser gelandet, samt Klamotten, Proviant, Kamera und Handy. An dem Abend brauchte ich nur noch mein Bett!

Der nächste Tag, oder besser gesagt Nacht, hatte es auch nochmal in sich. Um kurz nach Mitternacht wurden wir von einem Erdbeben geweckt. Das kenn ich ja schon, daran gewöhnt man sich. Dieses Mal hat es allerdings länger und stärker gewackelt als normalerweise. Mit einer Stärke von 7.8 ist auch ein bisschen was kaputt gegangen. Wo wir waren zwar nicht, aber in meiner Wohnung in Wellington durfte ich nach meiner Rückkehr erst einmal staubsaugen, da sich der Putz von den Wänden gelöst hatte. Nachdem am nächsten Morgen zunächst von einem möglichen Tsunami die Rede war und der Weg direkt am Wasser entlang geführt hätte, haben wir uns entschieden, das letzte Stück mit dem Wassertaxi zurück zu legen. Den Abel Tasman werde ich auf jeden Fall nicht so schnell vergessen!

Mittlerweile sind meine Eltern schon seit zwei Wochen in Neuseeland. Wir sind von Wellington aus gestartet und machen auf der Nordinsel unseren Weg in Richtung Norden. Zwischenstopps gab es bis jetzt in Porangahau, Napier und Gisborne. Im National Wildlife Centre in der Nähe von Porangahau haben wir den einzigen bekannten weißen Kiwi gesehen, der sich allerdings nur schlecht fotografieren hat lassen. Außerdem sind wir noch am Ort mit dem längsten Namen Neuseelands (wenn nicht sogar weltweit) vorbei gefahren. Ich nenne ihn hier jetzt nicht, da würde ich mich nur zu oft auf der Tastatur vertippen. In Napier haben wir zunächst eine Weinprobe auf Neuseelands ältestem Weingut Mission Winery (seit 1851) gemacht. Die Region ist für seinen guten Weißwein bekannt. Dem stimmen wir voll und ganz zu. Des Weiteren haben wir uns die einheitliche Architektur der Stadt Napier angesehen, die nach einem schweren Erdbeben im Jahr 1931 einheitlich im Art Déco Stil wiederaufgebaut wurde. Am Cape Kidnappers haben wir bei einer unserer unzähligen Wanderungen Gannets gesehen, Basstölpel, die vereinzelt schon Junge hatten. Nun sind wir in Gisborne, wo die Sonne im Osten als erstes auf der Welt aufgeht. Mal sehen, ob wir das mitbekommen, oder verschlafen…

Euch eine schöne kalte Advents- und Weihnachtszeit, wir setzen uns jetzt mit T-Shirt und kurzer Hose auf die Terrasse.

Liebe Grüße vom anderen Ende der Welt,

Eva mit Jakl und Lisi